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Wehe, wenn die Hirschkuh rappt
Datum: 13.03.2012
Beim 26. Internationalen Jazzfestival Sankt Ingbert stellt die "Jazzkantine" Volkslieder vor
 
Wenn man in den letzten Jahren die Begriffe "Jazz" und "Avantgarde" kombinierte, dachte man unwillkürlich an die "Jazzkantine". Doch jetzt stellen die populären Berliner Jungs alle Vorstellungen auf den Kopf. Denn sie singen Volkslieder. Ganz recht, traditionelles Liedgut, das jeder kennt – ob er will oder nicht. Was einst die Domäne von Heino und Co. war, in wenigen Tagen wird es auf der neuesten CD der "Jazzkantine" zu hören sein, die am 23. März erscheinen soll. Wer es immer noch nicht glauben mag, kann sich schon eine Woche später, am Samstag, 31. März beim Internationalen Jazzfestival Sankt Ingbert live überzeugen lassen.
 


Die neue CD wurde „Jazzkantine spielt Volkslieder“ genannt und hält, was der Titel verspricht. Die Musiker um Bandgründer Christian Eitner toppen damit ihren Ruf als Musikextremisten. Vor vier Jahren überraschten sie auf „Hell’s Kitchen“ mit Neuinterpretationen von Hardrocksongs. Für den neuesten Streich haben sich die neun Jazzköche hunderte Volkslieder angehört und dabei sorgfältig die ausgewählt, die sich für den typischen Jazzkantinen-Sound eignen. Am Ende blieben 15 übrig. So wird man beim Auftritt in der Sankt Ingberter Industriekathedrale auf der Alten Schmelz – unglaublich, aber wahr – unter anderem Lieder wie „Du, du liegst mir im Herzen“, „Im Frühtau zu Berge“, „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“, „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Die Gedanken sind frei“ hören.
 
Warum dies im ersten Moment absurd erscheinende Projekt? Nicht etwa, um den beiden neuen Bandmitgliedern Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen. Zumindest bei der CD-Vorstellung in einer Berliner Schrebergartenkolonie waren "Dieter der Dachs" und "Ferdinand der Fuchs" anwesend, zwei ausgestopfte Jazzvirtuosen und Kenner der Volksliedmaterie aus dem romantischen deutschen Forst. Der wahre Grund liegt in der Erkenntnis verborgen, dass sich nach fast 20 Jahren Hip-Hop in der ursprünglichen Form totgelaufen hat. „Wir werden erwachsen. Wir haben Kinder in die Welt gesetzt, die auf einmal anfangen, diese Volkslieder zu singen. Man hört das und merkt, dass man diese Lieder in sich stecken hat.“ erläutert Bandleader Christian Eitner den Gedankengang. Und weiter: „Wir wollen diese Lieder vor dem Aussterben bewahren. Und auf gar keinen Fall wollen wir sie den Rechten überlassen.“
 
Bevor am Samstag, 31. März in Sankt Ingbert die Jazzkantine "Volxliedgut" präsentiert, eröffnet die Schwedin Ida Sand mit ihrer Band um 20 Uhr den Abend des 26. Internationalen Jazzfestivals. Ebenfalls mit einem eher ungewöhnlichen Projekt, "The Gospel Truth" genannt. Sie erfüllt sich einen lange gehegten Wunsch, Jazz, Gospel und Soul in ihrer eigenen Handschrift zu verbinden.
 
Karten zum dritten Abend des 26. Internationalen Jazzfestivals Sankt Ingbert am Samstag, 31. März, ab 20 Uhr in der Industriekathedrale auf der Alten Schmelz mit dem Ida Sand Quartett und der Jazzkantine kosten in Kategorie A, 42 Euro, in Kategorie B 32 Euro und in Kategorie C 22 Euro (ermäßigte Karten: 32 Euro, 22 Euro und 12 Euro. Erhältlich sind sie bei allen ProTicket-Vorverkaufsstellen in Deutschland (unter anderem SR am Markt in Saarbrücken, den Geschäftsstellen von Saarbrücker Zeitung und Wochenspiegel und dem Bürgerservicecenter im Rathaus Sankt Ingbert. Telefonische Bestellungen über die ProTicket-Hotline 01803/776842 oder im Internet unter www.proticket.de.
 
Aktuelle Informationen zum 26. Internationalen Jazzfestival Sankt Ingbert gibt es unter www.experience-jazz.de oder www.facebook.com/jazzfestivalsanktingbert. Telefonische Auskünfte bei der Kulturverwaltung Sankt Ingbert, Telefon 06894/13517.
 
Foto: Veranstalter




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